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Was steckt hinter den Öko-Labels für Papier?

Dass Papier nicht gleich Papier ist, wurde in einem älteren Blogartikel ja bereits erläutert. In diesem Artikel möchten wir das Thema Nachhaltigkeit beleuchten und erklären, was es mit diversen Zertifikaten bzw. Öko-Labels auf sich hat.
Hier gibt es eine Vielzahl und nicht alle sind so positiv zu bewerten, wie es auf den ersten Blick scheint. Wir stellen 4 Papier-Öko-Labels vor und kommentieren diese.
(Persönliche Einschätzung auf Basis unserer Recherchen – Stand Februar 2017)

1. FSC

Bei dem sehr bekannten FSC-Siegel handelt es sich um eine Auszeichnung einer Non-Profit-Organisation, nämlich der Forest Stewardship Council. Holz- und Papierproduke mit diesem Siegel müssen aus verantwortungsvoll bewirtschafteten Wäldern stammen.
Es ist vorgeschrieben, dass bedrohte Tierarten nicht gefährdet werden dürfen, die Rechte der Ureinwohner gesichert sind und dass die ökologischen Funktionen des Waldes erhalten bleiben müssen. Schwerpunkt bei dieser Auszeichnung ist die Nachhaltigkeit. So handelt es sich zwar um bewirtschaftetes Waldgebiet, aber das Ökosystem soll dabei langfristig erhalten bleiben.
Als Kritik sollte man aber sagen, dass die FSC-Zertifizierung dem jeweiligen Unternehmen und nicht dem Waldgebiet zugeordnet ist. Das heißt, sollte sich der Papierhersteller zwecks Kostenersparnis dafür entscheiden, auf das Label verzichten zu wollen, könnte er danach über alle FSC-Regeln hinwegsehen. Nachhaltigkeit auf Zeit – ein Widerspruch in sich.

2. EU-Ecolabel

Die Auszeichnung selbst wurde durch die Europäische Kommission ins Leben gerufen und wird nun eigenverantwortlich durch Institute der jeweiligen Länder vergeben. Ziel des Gütesiegels ist die Reduktion der Verwendung von giftigen Stoffen bzw. Düngemitteln in Gewässern, Böden und Luft bei der industriellen Anfertigung von Konsumgütern. Das bedeutet für die Papiererzeugung, dass nach Möglichkeit Altpapier recycelt wird und die Produktion frei von giftigen, chemischen Stoffen stattfindet. Zudem muss das verwendete Material zu mindestens 50 % aus FSC- oder PEFC-zertifizierten Rohstoffen sein.
Unserer Meinung nach ein gutes, glaubwürdiges Siegel mit sinnvollen Nachhaltigkeitskriterien.

3. Der Blaue Engel

Inhaber des Labels ist das Bundesumweltministerium – herausgegeben wird es von der Umweltamt & RAL GmbH.
Papier, welches das Siegel trägt, besteht zu 100 % aus Altpapierfasern. Es muss also für die Produktion nicht ein einziger Baum gefällt werden. Positiver Nebeneffekt: Man spart durch den Recycling-Vorgang bis zu 70 % Wasser und 60 % Energie im Vergleich zur Frischfaserpapiererzeugung.
Außerdem schreibt die Auszeichnung vor, dass keine schädlichen Chemikalien und Aufheller verwendet werden dürfen.
Für uns eines der stärksten Umweltsiegel mit hohen Anforderungen und strengen Kontrollen.

4. PEFC

Die Abkürzung der Auszeichnung steht für Pan European Forest Certification und ähnlich wie bei dem FSC-Label liegt hier das Hauptaugenmerk auf der Bewirtschaftung der Wälder, aus denen die Papierfasern gewonnen werden. Die PEFC-Standards sind sehr ausführlich und streng, so muss unter anderem darauf geachtet werden, dass jeder gefällte Baum durch einen Setzling wiederaufgeforstet wird und Mischbestände dabei erhalten bleiben. Außerdem ist auf Biotope, gefährdete Tiere, aber auch vor Ort lebende Menschen und die Mitarbeitersicherheit besonders Rücksicht zu nehmen. Bei PEFC wird die Region zertifiziert und nicht einzelne Unternehmen – das senkt den Kostenaufwand und sichert zudem die Nachhaltigkeit des Labels. Kritiker merken jedoch an, dass die Kontrollen der PEFC zu stichprobenartig seien und einzelne Unternehmen sich auf Grund der regionalen Vergabe mit zertifizieren lassen, sich aber nicht ausreichend an die Vorgaben halten.
Diese Bemängelung außer Acht gelassen, steht dieses Siegel für außerordentlich vorbildliche ökologlische und soziale Standards.

Wie immer gilt: Bei Unklarheiten schreibt uns auf die Pinnwand, und wenn euch der Artikel gefallen hat, freuen wir uns über ein Like oder Share.

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